Seite drucken
6.2 Frauenbiografien
   
Politik als Aufgabe
Engagement christlicher Frauen in der Weimarer Republik
Hg. Elisabeth Prégardier/ Anne Mohr, Plöger Verlag, Annweiler 1990

Biographische Hinweise, S. 427-442

Abkürzungen: KDFB: Katholischer Deutscher Frauenbund, VkdL: Verein katholischer deutscher Lehrerinnen

1. Ammann, Ellen (geb. Sundström)
1.7.1870 in Stockholm. Medizinstudium. Verheiratet mit Dr. med. Ottmar Amman, 6 Kinder. 1896 Begründerin der Bahnhofsmission in München, Mitarbeit in der städtischen Armenpflege. 1904 Gründerin des Katholischen Frauen-bundes in München, Vorsitzende bis 1932.1906-1912 Studium der Nationalökonomie an der Universität München. 1912 Gründung der sozialen Frauenschule des KDFB in München. Von 1919-1932 Abgeordnete im Bayerischen Landtage. + 23.11.1932 in München.

2. Bachem, Emma

26.11.1870 in Aachen. Soziale Tätigkeit in Königswinter, Stadtverordnete, Mitglied des Kreistages. Seit 1922 Abgeord-nete im Preußischen Landtag. + 25.11.1929 in Königswinter.

3. Bachem, Minna (geb. Sieger)
* 12.11.1870 in Köln. verheiratet mit Verleger Robert Bachem, 4 Kinder. 1903 Mitbegründerin des KDFB, stellvertretende Vorsitzende. 1907-1917 Schriftleiterin der Zeitschrif "Katholischer Frauenbund", später "Frauenland". Während des Weltkrieges 2. Vorsitzende der Nationalen Frauengemeinschaft in Köln. 1919-1933 Stadtverordnete in Köln. + 15.4.1939 in Köln.

4. Badenberg, Albertine
* 19.12.1865 in Steele (Essen). Sprachaufenthalte in Belgien und England. Oberlehrerinnenexamen. 1886 Lehrerin in Steele. 1922 Konrektorin. Vorstandsmitglied des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen. 1903 Mitbegründerin des KDFB, 1917-1920 Generalsekretärin des KDFB, 1910- 935 Hauptkassiererin des KDFB. 192-1932 Abgeordnete im Preußischen Landtag. Mitglied des Parteivorstandes auf Landes- und Stadtebene. + 20.4.1958 in Essen.

5. Barth, Klara
* 23.12.1880 in Ommersheim/ Pfalz. Lehrerin. 1920-1933 Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Vorsitzende des VkdL in der Pfalz. + 1940 in Ludwigshafen.

6. Beyerle, Maria
* 21.8.1882 in Konstanz. Lehrerin. 1919-1928 Abgeordnete im Badischen Landtag. Vorsitzende des KDFB in Konstanz. 1947-1952 Abgeordnete im Badischen Landtag. + 18.12.1968.

7. Buczkowska, Marie
* 18.4.1888 in Wien. Mitbegründerin des Jugendbundes im KDFB. Von 1916-1925 Leiterin des Jugendsekretariates in München. Anschließend Mitarbeiterin im Badischen Landesausschusses des KDFB. 1931-1933 Abteilungsleiterin ,,Für Frau und Kind" beim Bayerischen Rundfunk. 1933 von denNazis abgesetzt. 1948-1957 Mitglied im Rundfunkrat. +16.10.1968 in München.

8. Dransfeld, Hedwig
* 24.2~1871 zu Hacheney/ Kreis Hörde. Lehrerin, Oberlehrerin in der Schule des Ursulinenklosters in Werl. Schwere Behinderung durch fortschreitende Knochentuberkulose, Amputation des linken Armes Von 1905-1921 Schriftleiterin der "Christlichen Frau", ab 1912 Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes. 1919 Mitglied der National-versammlung. 1920-1925 Reichstagsabgeordnete. Mitglied im Fraktions- und Parteivorstand der Deutschen Zentrums-partei. Vorsitzende des Reichsfrauenbeirates. Geistige Stifterin der Frauenfriedenskirche in Frankfurt. + 13.3.1925 in Werl.

9. Drießen Helene (geb. Dübigk)
* 18.9.1876 in Bocholt. Oberlehrerin. Weiterstudium in Antwerpen und Paris. Verheiratet mit Dr. med. Theodor Drießen. Seit 1913 Vorsitzende des KDFB Bocholt, Mitglied des Zentralvorstandes. Vorsitzende des Frauenbeirates der Westfälischen Zentrumspartei. Seit 1921 Mitglied des Westfälischen Provinziallandtages und stellvertretendes Mitglied des Preußischen Staatsrates. 1931-1932 Reichstagsabgeordnete. + 30.5.1938.

10. Dünner, Julia
* 9.10.1883 in Köln (Mülheim). Besuch der Sozialen Frauenschule des KDFB in München. 1913-1918 Studium der Rechts- und Staatswissenschaft an den Universitäten in Köln, Bonn, Tübingen; Promotion. 1913-1919 Dezernentin für Staatsbürgerliche Bildung beim KDFB. 1920 Referentin im Reichsarbeitsministerium, 1927 Ministerialrätin. 1933 zwangsweise an das Versorgungsamt in Koblenz versetzt. 1945-1948 Mitarbeit in der Regierung Rheinland-Pfalz. Mitherausgeberin des Handwörterbuches für Wohlfahrtspflege (1929), Textausgaben zum Reichsfürsorgerecht.
+ 30.5.1959 in Koblenz.

11. Eickelboom, Sybilla
* 26.8.1884. Erste Verbandssekretärin des Zentralverbandes der katholischen Jungfrauenvereine. 1921-1927 Abgeordnete im Preußischen Landtag. + 29.9.1939.

12. Eberle, Aloisa

* 22.4.1889 in Scharfenstein/ Sachsen. Weberin. Seit 1916 Sekretärin des süddeutschen katholischen Arbeiter-innenvereins in München. 1919-1925 Abgeordnete im Bayerischen Landtag. +?

13. Ehlert, Margarete
21.6.1886 in Kleefeld (Ostpreußen). Kaufmännische Tätigkeit. 1912 Aufbau der Frauenabteilung des städtischen Arbeitsamtes in Berlin. 1920 Referentin im Reichsamt für Arbeitsvermittlung. 1927 in der Reichsarbeitsverwaltung. Direktorin der Abteilung für Arbeitsvermittlung und Berufsberatung. Mitarbeit in der Reichsarbeitsgesetzgebung und Herausgabe der Kommentare. 1933 freiwilliges Ausscheiden aus dem Amt. Caritasarbeit in Berlin. 1954-1962 Mitglied im Abgeordnetenhaus Westberlin. + 2.12.1962 in Berlin.

14. Feldhuß, Maria
* 4.10.1870 in Beuthen. Soziale und caritative Arbeit des KDFB in Gleiwitz. 1919-1922 Abgeordnete des Preußischen Landtages. +?

15. Faßbinder, Klara Maria

* 15.2.1890 in Trier. Lehrerin. 1917 in Bonn Staatsexamen für Deutsch und Französisch, Philosophie. 1917-1918 Mitarbeit im Vaterländischen Hilfsdienst. Promotion in Bonn. Landesgeschäftsführerin beim Bühnenvolksbund. Vielseitiges Engagement für Völkerversöhnung. 1932 zweite Vorsitzende des Friedensbundes deutscher Katholiken. 1933 Reise nach Ostasien. 1935 Entlassung aus dem Schuldienst. 1945 Professorin an der Pädagogischen Akademie in Bonn. Fortsetzung der Bemühungen um Völkeraussöhnung, besonders mit Frankreich. Teilnahme an Protestaktionen gegen die Nato. Mitarbeit in der Weltfriedensbewegung. Zahlreiche Publikationen. +3.6.1974.

16. Franken, Anne
29.11.1890 in Köln. Studium der Mathematik. 1910 Oberlehrerin. 1919-1933 Mitglied der Zentrumspartei. Provinzial- und Reichsausschuß. Mithilfe bei Aufbau der weiblichen Polizei in Köln. Mitglied der Staatsbürgerlichen Kommission des KDFB. 1927-1933 Direktorin der Cecilienschule. 1933 Zurückversetzung durch die Nationalsozialisten. 1945-1956 Direktorin der Luisenschule in Düsseldorf. 1946/47 Mitglied im ernannten Landtag von Nordrhein-Westfalen. Mitbegründerin der Deutsch-Englischen Gesellschaft. + 15.6.1958 in Fischbach.

17. Fuchs, Hedwig (geb. Bockelah)

7.5.1864 in Berlin-Spandau. Lehrerin. Verheiratet mit einem Kapitän. Tod des einzigen Sohnes im Weltkrieg. 1906-1928. Gauvorsitzende des Gewerkvereins der Heimwerkerinnen. Tätigkeit in der katholischen Frauenbewegung und in der Wohlfahrtsarbeit. 1929-1930 Reichstagsabgeordnete. + 23.2.1944 in Hamburg.

18. von Gebsattel, Marie
* 5.12.1885 in Bamberg. Sprachlehrerin, als Lehrerin in Berlin und Augsburg tätig. 1916 Leiterin des Caritasbüros in Nürnberg. Kriegsfürsorge in Würzburg. Auslandsreisen, Schriftstellerin. 1919 - 1925 Abgeordnete im Bayerischen Landtag. + 3.11.1958.

19. Gnauck-Kühne, Elisabeth (geb Kühne)
* 2.1.1850 in Vechelde/ Braunschweig. Bis 1888 Leiterin eines Mädchenbildungsheimes in Blankenburg (Harz). Kurze Zeit verheiratet mit dem Arzt Gnauck, danach Scheidung. Volkswirtschaftliches Studium bei Professor Schmoller in Berlin. Schriften über Arbeiterinnen und Frauenbildungsfragen. Statistische Studie "Die Frau um die Jahrhundertwende". Mitbegründerin und Vorsitzende des Evangelischen Frauenbundes. Konvertiert 1900 zur katholischen Kirche. Programmatikerin im KDFB ab 1903 hinsichtlich der sozialpolitischen Themen. + 12.4.1917 in Blankenburg.

20. Giese, Else
30.04.1884 in Borbeck (Essen). Lehrerin am Lyzeum und Lehrerinnenseminar. 1919 Stadtverordnete in Boftrop. Vorstandsmitglied der kommunalpolitischen Vereinigung der Zentrumspartei. Mitglied des Reichsbeirates für das deutsche Schulwesen im Ausland, Vorsitzende des KDFB in Bottrop. Nach dem 20. Juli 1944 vier Monate Haft.
+ 20.2.1950 in Bottrop.

21. Graimberg von, Maria
* 8.7.1879 in Bensheim. Lehrerin für Französisch. 1909 in Heidelberg Gründerin der ersten Katholischen Sozialen Frauenschule e.V. 1950 Übergabe der Sozialen Frauenschule an den Deutschen Caritasverband. Niederlegung der Schulleitung. + 14.6.1965.

22. Grollmuß, Maria

*24.4.1896 in Leipzig. Lehrerin. 1920-1925 Studium der Geschichte in Leipzig und Berlin. 1925-1926 Studienassessorin in Offenburg (Baden). 1926-1928 Journalistin in Frankfurt/ Main bei der Zeitschrift "Die Deutsche Republik". 1929 Promotion. Studienassessorin in Berlin. Arbeitslos. 1933-1934 illegale Arbeit gegen den Nationalsozialismus von Radibor (Sorbenland) aus. 1934 Verhaftung. 1935 Prozeß vor dem Volksgerichtshof in Berlin. 1935-1940 Zuchthaus Waldheim. 1941-1944 Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. + 6.8.1944 Tod im Lager.

23. Hattemer, Else (geb. Hemmes)

* Januar 1870 in Bensheim. Lehrerinnenausbildung. Verheiratet mit Gymnasialprofessor Dr. Karl Hattemer, 4 Kinder. 1919-1932 Abgeordnete im Hessischen Landtag, Vorsitzende des Theaterausschusses. Vorsitzende des KDFB in Darmstadt. Vorstandsaufgaben im Caritasverband in Darmstadt. + 19.12.1948.

24. Heßberger, Maria (geb. Bertha)
*10.7.1870 in Fulda. Höhere Mädchenschule, verheiratet mit Dr. Karl Heßberger, Staatsbeamter in Berlin, eine Tochter. 1909 Begründung des KDFB in Berlin, Vorsitzende. 1917 Gründung der Sozialen Frauenschule des KDFB in Berlin. Nach dem Tode von Hedwig Dransfeld Vorsitzende des Arbeitsausschusses "Frauenfriedenskirche". 1932 Errichtung des Frauenbundhauses in Berlin. 1919-1932 Abgeordnete im Preußischen Landtag. + 28.5.1944 in Fulda.

25. Herber, Pauline
*29.2.1852 in Idstein. Lehrerin. Aufenthalte in Frankreich und England. 1876 in Montabaur. 1880 Schulvorsteher-innenprüfung. Seminarlehrerin. 1885 Gründung des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen, bis 1916 Vorsitzende. 1903 Mitbegründerin des KDFB. + 29.7.1921.

26. Herbermann, Nanda
* 29.12.1903 in Münster. Buchhändlerin. Privatsekretärin von Pater Muckermann SJ. Ab 1934 Schriftleiterin der Zeitschrift "Der Gral". Februar 1941 Verhaftung und Einlieferung in das KZ Ravensbrück. August 1941 als Häftling Nr. 6.582 Blockälteste über 400 Prostituierte. Durch Intervention der fünf Brüder an der Front im März 1943 Entlassung. 1946 Veröffentlichung "Der gesegnete Abgrund". + 8.6.1979 in Beelen bei Warendorf.

27. Hopmann, Antonie

* 3.6.1882 in Werden (Essen). Nichte von Emilie Hopmann. Studium der Philosophie, Geschichte und Englisch in Münster. Oberlehrerin in Koblenz, Köln. 1914 - 1918 Mitarbeit im Nationalen Frauendienst, 1916-1941 Mitbegründerin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins katholischer deutscher Sozialbeamtinnen. 1918 Leitung der weiblichen Abteilung des Arbeitsnachweises in KöIn. 1926-1941 Generalsekretärin des KDFB. + 1.3.1941, Tod beim Bomben-angriff auf Köln.

28. Hopmann, Emilie (geb. ..)
* 24.2.1845 in Neuwied. Höhere Mädchenschule in Köln. Verheiratet mit Dr. med. Karl Hopmann, 8 Kinder. 1903 Begründerin des KDFB, bis 1912 erste Vorsitzende. Gründung des Vereins der katholischen Hausbeamtinnen.
+ 12.8.1926 in Köln.

29. Jörrissen, Luise
* 11.7.1897 in Aachen. Studium der Volkswirtschaft Philosophie und Mathematik in München. Promotion. Soziale Tätigkeit in der freien Wirtschaft und beim Caritasverband in Köln. 1922/23 Studienaufenthalt in Rom. 1925 stellvertretende Leiterin der Sozialen Frauenschule des KDFB in München. 1929-1933 Gründung der Sozialen Frauenschule in Santiago de Chile. 1937-1942 Gründung und Leitung der Sozialen Frauenschule in Lima. Seit 1943 Mitarbeit im Katholischen Fürsorgeverein, Zentrale und Landesstelle Bayern. 1962-1967 drei entwicklungspolitische Reisen nach Südamerika. + 22.11.1987.

30. Joos, Barbara (geb. Graß)
* 31.10.1883 in Köln. Sekretärin der katholischen Arbeiterinnenvereine Westdeutschlands. Verheiratet mit dem Redakteur und Reichtagsabgeordneten Joseph Joos, 7 Kinder. Vorstandsmitglied des Reichsbundes der Kinderreichen. Mitarbeiterin der Zentrale der Frauen- und Müttervereine in Düsseldorf. 1928 Stadtvorsitzende in Köln. + 1.12.1939 Köln

31. Jünemann, Igna Maria

* 22.2.1892 in Frankfurt. Gasthörerin an der Frankfurter Universität, volks- und sozialwissenschaftliche Vorlesungen. Mitarbeit in der Studentenbewegung von Dr. Karl Sonnenschein. Schriftstellerin (6 Romane und viele Theaterstücke für Kinder). 1917-1918 Redakteurin in Erkelenz und Aachen. 1920-1933 Ressortleiterin an der Zentrumszeitung "Germania" in Berlin. Nach der Zwangsschließung der Zeitung Mitarbeiterin in Pressestellen von Berliner Film-gesellschaften. 1949-1961 Referatsleiterin im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Bonn. + 11.11.1976 in Lindau (Eichsfeld).

32. Jünemann-Fischer, Maria Regina

* 4.3.1888 in Frankfurt. Verheiratet mit dem Journalisten Dr. Rudolf Fischer. Studentische Arbeit mit Dr. Karl Sonnenschein in Berlin. Schauspielleiterin am Theater in Wuppertal und in Düsseldorf. Als Journalistin für die "Germania" in Berlin tätig, 5 Romane. Nach dem Krieg als Journalistin tätig in Bonn und Überlingen. + 24.3.1978 in Lindau (Eichsfeld).

33. Körner, Tina (geb. Molinari)

* 5.4.1865 in Breslau. Mitarbeit im elterlichen Betrieb. Verheiratet mit Dr. med. Theodor Körner. Fünf Kinder. 1907 Begründerin und Vorsitzende KDFB Breslau, Vorsitzende des Ostdeutschen Landesverbandes. Soziale Tätigkeit. 1919 -1933 Abgeordnete im Schlesischen Provinziallandtag. + 14.11.1943 in Breslau.

34. Krabbel, Gertrud

* 20.3.1881 in Witten/Ruhr. Studium der Geschichte an den Universitäten Bonn, Berlin, Freiburg und Münster. Begründerin katholischer Studentinnenvereine. Promotion. 1923 -1961 Schriftleiterin der "Christlichen Frau". 1926-1952 Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes, bis 1961 Ehrenvorsitzende. Publizierte Lebensbilder bedeutender katholischer Frauen. + 10.3.1961 in Aachen.

35. Laarmann, Maria
* 1.8.1891 in Essen. Studium der Volkswirtschaft in Tübingen. 1919 Promotion. 1920 Dezernentin für Jugendfürsorge und Jugendpflege beim Regierungspräsidenten in Münster 1928-1933 Vorsitzende der Staatsbürgerlichen Kommission des KDFB. Regierungsrätin. Dozentin an der Wohlfahrtsschule in Münster. 1933 Amtsenthebung. Bis 1945 in der kirchlichen katholischen Presse tätig. Ab 1945 wieder im Staatsdienst. 1947 Ministerialrätin im Arbeits- und Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. + 13.6.1958.

36. Lang-Brumann, Thusnelda (geb. Brumann)

* 15.4.1880 in Augsburg. Lehrerin. Drei Jahre verheiratet mit dem Lehrer Eduard Lang, der 1916 in Verdun fällt. Präsidentin des Süddeutschen Verbandes der Kath. weiblichen Jugendvereine, 2. Vorsitzende des KDFB in München, Dozentin an der Sozialen Frauenschule. 1920-1924 Stadtverordnete in München. 1920-1933 Reichstagsabgeordnete. Mitglied der deutschen Völkerbundsdelegation, Mitglied der lnterparlamentarischen Union, 1926 Besuch der Parlamente in den USA und in Kanada. Ab 1933 wieder als Lehrerin tätig Nach dem Krieg Mitglied im Frankfurter Wirtschaftsrat, Mitbegründerin der CSU, Vorsitzende der Frauen-Union in Bayern bis 1953. + 6. Oktober 1953 in München.

37. Lauer, Amalie

* 29.3.1882 in Frankfurt. Lehrerin. 1909 Diplomhandelslehrerin 1909-1913 Studium der Staats- und Rechtwissenschaften in Gießen und Tübingen. Promotion. Lehrerin an der Fortbildungsschule in Frankfurt. 1917 - 1933 Leiterin der Städtischen Wohlfahrtsschule Köln. Bis 1930 Professorin am Berufspädagogischen Institut in Köln. 1919-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. Vorsitzende der Rechtskommission des KDFB. Vorsitzende des Landesfrauenbeirates der Zentrumspartei. 1933 Ausschluß von öffentlichen Ämtern, nach dem 20. Juli 1944 durch Zufall der Verhaftung der Gestapo entgangen. + 15.10.1950 in Köln.

38. Neuhaus, Agnes (geb. Morsbach)
* 24.3.1854 in Dortmund. Musikstudium in Berlin. Verheiratet mit Amtsgerichtsrat Adolf Neuhaus, 3 Kinder. 1899 Gründung des Katholischen Fürsorgevereins. 1903 Mitbegründerin des KDFB. 1919-1930 Reichstagsabgeordnete.
+ 20.11.1944 in Soest.

39. Offenberg, Maria
* 4.8.1888. Studium der Geschichte und Philosophie. Promotion. 1921/22 Schriftleiterin der "Christlichen Frau" 1921-1941 und 1946-1957 Leiterin der Sozialen Frauenschule in Aachen. + 5.4.1972.

40. Otto, Mathilde
* 8.12.1875 in Oberweier bei Lehr. Lehrerin. Armenpflegerin in Freiburg. Mitglied des Zentralausschusses des KDFB. 1918 beim Deutschen Caritasverband in Freiburg Leitung des Referates Armen- und Familienpflege. 1919 Mitglied der Badischen Nationalversammlung. 1922 - 1926 Stadtverordnete in Freiburg. 1925 Gründung der Schwesternschaft St. Elisabeth. + 20.8.1933 in Freiburg.

41. Peerenboom-Missong, Else (geb. Peerenboom)
* 13.10.1893 in Braunau/b. Camenz. Studium der politischen Wissenschaften in Berlin, Bonn, Münster und Freiburg. Promotion. 1921-1927 Referentin, später Leitung der Katholischen Sozialen Frauenschule des Caritasverbandes in Freiburg. 1930 Referentin für Politische Bildung an der Zentrale der katholischen Jungfrauenvereine und katholischen Müttervereine in Düsseldorf. 1930-1932 Reichstagsabgeordnete. 1933 auf Eigeninitiative Gespräch in Rom mit Kardinal-Staatssekretär Pacelli. 1934 im Rahmen einer Siedlungsbewegung nach Brasilien. 1941 Heirat mit Landesarbeitsamtspräsident Anton Missong. Nach dem 20.7.1944 einige Wochen Haft im Polizeigefängnis. Mit-begründerin der CDU im Rheinland. 1946-47 Mitglied der beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz.
+ 31.8.1958

42. Philipp, Klara (geb. Elbs)
* 11.3.1877 in Karlsruhe. Humanistisches Mädchengymnasium. Verheiratet mit Oberförster Karl Philipp. Seit 1909 Vorstandsaufgaben im KDFB Karlsruhe und Baden. 1926-1928 Reichstagsabgeordnete. + 19.1.1949 in Konstanz.

43. Rigel, Maria
* 11.9.1869 in Adelsheim. Lehrerin an verschiedenen Orten, ab 1896 in Mannheim. 1926 Rektorin. 1919-1933 Landtagsabgeordnete in Baden und von 1919-1933 Stadtverordnete in Mannheim. Vorsitzende des KDFB in Mannheim. + 11.9.1937 in Ludwigshafen am Bodensee.

44. Rist, Luise (geb. Freyler)
* 28.2.1877 in Rottweil. Verheiratet mit Professor Rist. 1919-1933 Abgeordnete im Württembergischen Landtag. Landesvorsitzende KDFB. 1944 kurze Zeit Schutzhaft. Mitbegründerin der CDU in Württemberg + 10.9.1955 in Stuttgart.

45. Rothländer, Helene
* 1890. Lehrerin. 1932-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. 1933 aus dem Schuldienst entlassen. August 1944 verhaftet. 1946-1951 Mitglied des Landtages in Rheinland-Pfalz. + 1.7.1976

46. Schmiff, Therese
* 31.1.1877 in Ludwigshafen. Soziale Kurse. Vorsitzende des KDFB in Ludwigshafen und im pfälzischen Kreis-ausschuß. Verheiratet. +?

47. Schmitz, Maria

* 5.2.1875 in Aachen. Oberlehrerin. 1916-1953 Vorsitzende des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen. Vorsitzende des Hildegardisvereins. Schriftleiterin der Monatszeitschrift für kath. Lehrerinnen. 1919 Mitglied der Nationalversammlung. Widerstand gegen den Nationalsozialismus bis zur gewaltsamen Auflösung des VkdL 1937. Im Jahre 1945 Wiederbegründung des VkdL. + 9.7.1962.

48. Schroeder, Augusta
* 28.6.1899 in Brühl. 1922 Diplom für Sozialwissenschaften an der Universität Köln. Berufstätigkeit in Deutschland und Belgien. 1928-1933 Referentin für staatsbürgerliche Bildung an der Zentrale des KDFB in Köln. 1939 Auswanderung nach Südamerika. Leitung der Schule für Sozialarbeit in Montevideo, Uruguay. 1957-1969 Direktorin der Höheren Fachschule für Sozialarbeit in Aachen und des Frauenseminars für Entwicklungshilfe. 1969 Direktorin des Institutes für Sozialstudien in Montevideo, + 23.9.1979 in Aachen.

49. Schumacher-Köhl, Minna (geb. Köhl)

* 2.10.1883 in Köln. Oberlehrerin. 1907 wissenschaftliche Seminarlehrerin im Lehrerinnenseminar in Köln. Sprachlehrerin in Frankreich. 1910 aktiv im VkdL. Verheiratet mit dem Juristen Paul Schumacher. Zwei Kinder. Nach zweieinhalb Jahren Tod des Ehemannes. 1919-1926 Stadtverordnete in Köln. 1921-1933 Mitglied des Rheinischen Provinziallandtages. 1926-1933 Schriftleiterin der Beilage für Frauen und Kinder bei der Rhein. Volkswacht (später Köln. Rundschau). Mitarbeit in der Kommunalpolitischen Vereinigung der Rhein. Zentrumspartei. Ihr Buch "Die religiöse Mütterschule" erlebt von 1937/38 fünf Auflagen. 1929-1941 Diözesanleiterin der Kath. Frauen und Müttergemeinschaft der Erzdiözese Köln. Nach dem Krieg Wiederbegründung und Redaktion der Zeitschrift "Frau und Mutter". + 3.7.1970 in Bad Honnef.

50. Siebert, Clara (geb. Ritter)
* 2.8.1873 in Schliengen. Lehrerin. Sprachlehrerin. Während des Krieges Lazarett- und Fürsorgedienst. Verheiratet mit Regierungsrat Dr. Albert Siebert. 1919-1933 Abgeordnete im Badischen Landtag. 1920-1933 Mitglied des Diözesan-vorstandes der katholischen Müttervereine in Freiburg. 1926-1932 Vorstandsmitghed im Friedensbund deutscher Katholiken. Schriftstellerin. + 23.3.1963 in Karlsruhe

51. Solltmann, Idamarie (geb. Bernhardt-Grisson)
* 8.9.1889 in Postdam. Studium der Philologie in Genf, Berlin, Göttingen. Verheiratet mit Dr. Kurt Solltmann, der drei Wochen später (1914) bei Namur als Soldat fällt. Weiterstudium in Göttingen, Promotion. Durch Anregung von Alice Salomon von 1917-1921 in der Prostituiertenfürsorge in Berlin tätig. Dozentin an der Sozialen Frauenschule in Berlin. 1921-1927 Leiterin des Wohlfahrtsamtes in Guben. 1922 Konversion zu kath. Kirche. 1927 Dozentin. 1941-1955 Leiterin der Westfälischen Wohlfahrtsschule in Münster. + 19.2.1980 in Dinklage.

52. Stoffels, Elise
* 30.10.1872 in Duisburg-Ruhrort. Lehrerin. In Preußen erste Rektorin an einer Mädchenvolksschule in Neuß.
2. Vorsitzende des Vereins kath. deutscher Lehrerinnen. 1919-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. + 27.1.1943 in Bonn.

53. Teusch, Christine
* 11.10.1888 in Köln-Ehrenfeld. Oberlehrerin. 1915-1917 Vorsitzende des Vereins kath. deutscher Lehrerinnen in Köln. 1917-1918 Leiterin der Frauenarbeitsnebenstelle in Essen des 7. Armeekorps. 1918-1920 Abteilungsleiterin beim Christlichen Gewerk-schaftsverband in Köln. 1919-1933 Reichstagsabgeordnete. Ab 1925 Schriftführerin im Reichstag. 1923-1966 Vorsitzende des kath. Mädchenschutzvereins. 1944 entgeht sie nur knapp der Erschießung. 1945 im Stadtrat von Köln. 1946-1966 Landtags-abgeordnete in Nordrhein-Westfalen. 1947-1954 Kultusministerin im Kabinett Arnold. + 24.10.1968 in Köln.

54. Trimborn, Jeanne (geb. Mali)
14~2. 1862 in Verviers. Verheiratet mit Karl Trimborn, Eine Tochter. Vorsitzende des Westdeutschen Verbandes Katholischer Mädchenschutzverein. Vorsitzende des Verbandes Katholischer Kaufmännischer Gehilfinnen und Beamtinnen. Mitbegründerin 1903 des KDFB. Mitglied des Zentralausschusses. + 2.8.1919 in Unkel.

55. Weber, Helene

* 17.3.1881 in Elberfeld (Wuppertal). Lehrerin. 1905-1909 Studium der Geschichte, Philosophie und Sozialpolitik in Bonn und Grenoble. 1909-1916 Studienrätin in Bochum und Köln. 1916 Gründung der Sozialen Frauenschule des KDFB in Köln, Leiterin. 1919 Referentin im Preußischen Wohlfahrtsministerium. 1920-1933 Ministerialrätin. 1919-1933 Reichstagsabgeordnete. 1922-1924 Mitglied des Preußischen Landtages. 1933 Entlassung aus politischen Gründen. 1946 bis 1948 Mitglied des Zonenbeirates. 1948-1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates. 1949-1962 Mitglied des Bundestages. Vorstandsmitglied des KDFB. Vorsitzende des Berufsverbandes der katholischen Fürsorgerinnen. Vorsitzende des Deutschen Müttergenesungswerkes. Dr. h.c. der Universität Münster (1932). Politische Mitarbeit auf europäischer Ebene. + 25.7.1962 in Bonn.

56. Weinand, Maria
* 23.11.1882 in Cochem. Lehrerin. 1923-1929 Studium der Pädagogik und Germanistik in Münster, Hamburg und Köln. Promotion. 1930 Rektorin einer Essener Volksschule. 1932-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. 1946 Lehrauftrag an der Pädagogischen Akademie in Essen-Kupferdreh. + 10.5.1960 in Essen.

57. Wessel, Helene

*6.7.1898 in Dortmund. 1923 Wohlfahrtspflegerin. 1924 Parteisekretärin bei der Zentrumspartei. 1928-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. 1945 Mitbegründerin des Zentrums. 1949 Vorsitzende. 1946 Mitglied des Land-tages in Nordrhein-Westfalen. 1948/49 Mitglied des Parlamentarischen Rates. 1951 Austritt aus der Zentrumspartei. 1952 Mitglied der Gesamtdeutschen Volkspartei. 1957 Mitglied der SPD. 1949-1953 Bundestagsabgeordnete.
+ 13.10.1969

58. Wingerath, Emmy
*28.1.1894 in Essen. 1914-1919 Studium der Nationalökonomie und Staatswissenschaften an den Universitäten in Heidelberg und München, Promotion. 1919-1925 Referentin für staatsbürgerliche Bildung an der Zentrale des KDFB in Köln. 1926-1931 Sozialreferentin beim Wohlfahrtsamt der Stadt Köln, 1931 Lehrauftrag und Professur am Staatlichen Berufspädagogischen Institut in Köln. Später in Frankfurt. 1946-1949 Lehrerin in Rheydt. 1949-1960 Referentin, dann Ministerialrätin im Kultusministerium in Nordrhein-Westfalen. Seit 1960 Mitglied im Deutschen Ausschuß für das Erziehungs- und Bildungswesen. + 29.11.1975 in Düsseldorf.

59. Wronka, Gertrud
* 27.10.1881 in Allenstein (Ostpreußen). Lehrerin in Bonn, Danzig, Allenstein. 1925 Oberstudienrätin. 1919-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. Nach dem 20. Juli 1944 Haft. Flucht nach Weimar. Abgeordnete der CDU im Thüringischen Landtag. Werl. Essen. + 16.10.1952 in Bad Pyrmont.

60. Zettler, Marie

* 13.11.1885 in Mering (Oberbayern). Höhere Töchterschule. Volkswirtschaftliche Kurse an der Sozialen Frauenschule in München. 1912 Sozialsekretärin des KDFB Bayerns. Redaktion des "Bayerischen Frauenlandes". 1919 Mitglied der Nationalversammlung. Geschäftsführung des KDFB in Bayern. + 5.2.1950 in München.

61. Zigahl, Angela
* 25.12.1885 in Dirschel (Oberschlesien). Studienrätin am Oberlyzeum in Neiße. 1918-1925 Stadtverordnete in Neiße. 1928-1933 Abgeordnete im Preußischen Landtag. +?

62. Zillken, Elisabeth

* 8.7.1888 in Wallerfangen (Saargebiet). 1910 Diplomhandelslehrerin. Mitarbeit in der Studentenbewegung von Dr. Carl Sonnenschein. 1916-1958 Generalsekretärin des Kath. Fürsorgevereins. 1919-1933 Mitglied des Stadtrates in Dortmund. 1930-1933 Reichstagsabgeordnete. 1945 Mitbegründerin der CDU in Dortmund. 1946 Mitglied des ernannten Landtages in Nordrhein-Westfalen. 1940-1971 mit kurzer Unterbrechung Vorsitzende des Kath. Fürsorgevereins (heute Sozialdienst kath. Frauen). + 28.11.1980 in Dortmund.
 
-----------------------------------------------------------------------
www.edith-stein-medien.de